Samstag, 15. Juli, Sommer-Sonnen-Spaziergang und eine Ausgrabung am Kanzler(innen)amt
Wir, das sind Happy und Mali vom Försterhaus, wollen Euch erzählen von diesem wunderschönen Nachmittag, den sich unser Herrchen Gerhard W. ausgedacht hat. Wir hören: Stadtspaziergang – wie doof! Kein Wald, kein Feld, kein Wild! -, an der Spree – wie langweilig! – durch den Tiergarten – schon besser: Kaninchen! Treffpunkt: Akademie der Künste – ach Herrje, nun auch noch Kultur, gar nichts für uns! Immerhin: es erscheinen viele Freunde und Kumpels in bester Laune – naja, mal sehen, was sich daraus machen lässt! Zuerst, wie immer, Gruppenfoto. Endlich: wir marschieren los und müssen, weil Herrchen führt, vorneweg. Das ist gut. Voran mit Gebell. Ein Stückchen Tiergarten, nichts von Kaninchen zu sehen. Dann – auch nicht besser – vor dem Schloss Bellevue, wo der Bundespräsident „wohnt“, nur gerade nicht daheim ist. Wieder stehen bleiben – Fototermin -! Wie ziehen an den Leinen, was das Zeug hält, und wollen weiter. Auf dem Weg wird noch „Ahnenforschung“ betrieben; es treffen sich „zufällig“ zwei Wurfgeschwister: Quinn und Quax vom Odinsee! Denen ist das ziemlich wurscht, aber die dazugehörigen Leute freuen sich riesig über die Begegnung. Und weiter geht‘s über die Lutherbrücke ans Magnus-Hirschfeld-Ufer, herrlich grün, an der Spree entlang mit regem Schiffsverkehr – nur vielerlei Hundegerüche – nichts Jagdbares! Die Menschen plaudern, lachen, finden es sooo herrlich, hier; viele kannten das noch nicht und finden es toll, diese Gegend kennenzulernen. Schließlich kommen wir ans Gartenlokal „Alter Zollpackhof“. Hier wollen sich die Menschen „stärken“! Wir werden angebunden (d. h., die Leinen verknotet) unter der großen Kastanie am Zaun. Während die einzige Sorge unserer Leute die Beschaffung von Kaffee, Kuchen, Getränken usw. ist, müssen wir an kurzer Leine sitzen wieder einmal warten. Unerträglich doof! Da kommt uns ein so herrlicher Duft in die Nase – hier muss etwas sein, das für uns bestimmt ist. Wir ziehen und reißen tüchtig an den Leinen und - wunderbarer Weise - geben sie nach – wir sind FREI! Nun nichts wie hinunter ins Erdreich, an die Baumwurzeln, da, wo aus einem Loch dieser Duft nach – ja was eigentlich? -  herkommt. Und tatsächlich, das Loch - nicht groß, aber zum Einschliefen reicht‘s gerade. Ganz still machen wir das, denn wir ahnen, es wird nicht gern gesehen von Herrchen. „Oben“ im Biergarten haben es sich unsere Leute und die Kumpels gemütlich gemacht; man speist und schnattert und als nach einer langen Weile unser Herrchen halb im Scherz, halb ahnungsvoll fragt: „Sind denn unsere Hunde noch da?“ ist der Schreck groß! Die Suche nach uns beginnt: heller Aufruhr; viele laufen rum und suchen uns, überall: an der Straße, unter den anderen Gästetischen, in der Küche, im Park; wir hören ihre Stimmen gedämpft nach unten dringen: „Ob sie gestohlen sind? In die Spree gefallen? Vom Auto überfahren? Irgendwo buddeln?“ Und JA, wir buddeln - - - - nach Mäusen, Ratten, Kaninchen, Füchsen!? Nur nicht in weiter Ferne, sondern direkt unter Euch! Hier sind wir in unserem Element! Leider lassen uns die blöden Leinen wenig Spielraum. Aber endlich etwas an diesem Nachmittag auch für Erdhunde! Als die Leinen sich an den Wurzeln der schönen alten Kastanie verheddert haben und es nicht mehr weiter geht, fange ich – Happy – an, wütend zu bellen und zu jammern. Das haben die vor lauter Aufregung oben erst gar nicht gehört – also muss ich lauter werden! Endlich, endlich werden wir gehört. „Hier unten sind Hunde! Hier sind sie. Aber wie kommen wir da ran?“ Wieder aufgeregte Freude: Freude darüber, dass wir nicht gestohlen, ertrunken oder überfahren sind; Aufregung darüber, wie man uns befreit. Man holt Hilfe aus der Gaststätte – man rückt mit Spaten an und „buddelt“ nach uns – umsonst, so kommt ihr nicht ran. Schließlich holt man Schraubenzieher und löst die Holzdielen über uns. Mali, die Schlaue, hat sich nicht verheddert mit der Leine und findet den Weg zurück ins Helle durch das Loch, durch das wir eingeschlieft sind. Ich, Happy, hänge fest und kann mich wegen der blöden Leine nicht vom Fleck rühren. Da – plötzlich -  ein Lichtstrahl über mir – und Herrchens Stimme, laut und kräftig: „Happy, hierher! Happy, komme raus!“ Er freut sich, als er meinen Kopf sieht, er greift durch den schmalen Spalt, den die Dielen freigeben, nach mir und: „… noch ein bisschen …“ … und „Ja, jetzt kann sich sie greifen!“ Oh, welches Glück und welche Freude! … Ich freue mich auch immer, wenn ich Herrchen sehe, küsse ihn ab und bin doch recht froh, aus meiner misslichen Lage befreit zu sein. Mali, das Ungeheuer, wollte gleich wieder in das schöne Dunkel einschliefen, als sie sah, dass „oben“ noch alle da sind. Aber das hat Frauchen verhindert – die Leine ganz fest in der Hand, gab es kein Entkommen mehr. Und eigentlich waren wir von dieser Unternehmung auch schon ziemlich groggy … Schön war es, durstig waren wir und so hat dieser Spaziergang doch noch sein Gutes für uns. Der Rückweg war ganz normal; manierlich liefen wir neben Herrchen und waren froh, als wir unsere Decke im Auto erreichten und uns ein wenig ausruhen konnten, um Kraft zu schöpfen für das nächste Abenteuer! Danke vielmals, liebes Herrchen, für diesen schönen Nachmittag im Tiergarten, beim Bundespräsidenten und der herrlichen alten Kastanie im Zollpackhof! Bericht: P. Wilms / Fotos (die meisten): G. Kohnert / von den Ausgrabungen: J. Hartz